Giuliana Tezza und Mauro Fortuna

Bardolino Chiaretto – der Lieblingswein der Redaktion

"Chiave Chiaretto - unser hiesiger Rosé hat das Image der Region positiv beeinflusst. Der Chiaretto ist der Schlüssel zum Erfolg der Region."

Prickelnde Pionierarbeit


Was Marienkäfer und Walderdbeeren mit Biowein zu tun haben

Das Weingut Le Tende, zwischen Lazise und Colà gelegen, arbeitet seit 2012 biologisch. Nach der Umstellphase ist es seit 2015 biozertifiziert. Giuliana Tezza und Mauro Fortuna betreiben das Weingut seit langen Jahren – unter anderem die Krise des Bardolino brachte sie dazu, den Schritt zu wagen.

Ihr habt Sektflaschen in der Hand – was ist da drin?
Giuliana: Es ist der erste biologische Chiaretto Spumante der Appellation! Wir sind sehr stolz darauf. Chiaretto, also der Rosé, scheint gut angenommen zu werden.
Mauro: Chiaretto ist Geschichte und Zukunft gleichzeitig. Der erste Bardolino-Wein im 19. Jahrhundert war auch hell. Rosé-Wein ist zur Zeit „in“, aber die Trauben sind auch ausgezeichnet dafür geeignet. Der Wein ist frisch, hat kurze Gärzeiten, man kann ihn bald trinken.

Wozu passt Chiaretto, ob prickelnd oder still?
Chiaretto Spumante ist für uns der beste Aperitif, rein, pur, ohne Farbstoffe wie bei anderen Aperitivgetränken. Doch dann begleitet er fast alle Speisen: Fisch genauso wie Pasta, auch Fleischgerichte. Bestens auch zu vegetarischen Gerichten - er begleitet, wie gesagt, er drängt sich nicht auf.

Wie würdet ihr ihn beschreiben?
Er hat einen zarten Duft von Waldfrüchten, Himbeeren, vor allem Walderdbeeren.
Auf die hast Du mich im Weinberg schon hingewiesen!
Ja, seit wir biologisch arbeiten, beobachten wir, dass viele Pflanzen sich wieder ansiedeln. Klee beispielsweise und Walderdbeeren, Pflanzen jedenfalls, die schnell verschwinden, spritzt man sogenannte „Pflanzenschutzmittel“ oder gar Glyphosat. Aber auch Tiere wie Frösche, Schmetterlinge, Wildbienen und Marienkäfer kommen wieder zurück. Es ist wirklich eine Freude, dies mitzuerleben!

Wieviel produziert Le Tende?
70.-80.000 Flaschen, je nach Jahr.

Ist das viel?
In der Appellation Bardolino und Custoza werden mehr als 25 Millionen Flaschen (auf ca. 4000 Hektar, von rund 120 verschiedenen Winzern) produziert. Wir sind ein kleines Weingut mit rund 14 Hektar.

Werden es in letzter Zeit mehr Biowinzer?
Ja, es stellen immer mehr um, einige sogar auf biodynamische Landwirtschaft. Wichtig ist aber: Bio und Qualität müssen zusammengehen. Ein „Biowein“ im Supermarkt für 2,50 kann kein guter Wein sein.

Und Eure anderen Weine?
Inzwischen sind alle bio-zertifiziert, unser ganzes Weingut. Wir haben zwei Linien, die klassische mit dem weißen Custoza und rot bzw. eben rosé Bardolino Classico und Classico Supieriore. Dazu kommen Weine mit internationalen Trauben wie unser lange gereifter „Cisisbeo“ aus Cabernet Sauvignon und Merlot oder „Luccillini“, unser Sauvingnon Blanc mit der heimischen Traube Garganega. Aus dieser Traube ist 2018 der „Sabia“ entstanden, ein Weißwein, der lange 18 Monate auf den eigenen Hefen reift. Dadurch wird er weich, mineralisch, einfach unsere neue Interpretation eines eleganten Weißweins. Außerdem haben wir einen Reinsorten-Corvina, der noblen heimischen Rebsorte, die auch im Amarone steckt.

Das Interview ist in Heike Hofmanns Buch "Genuss vom Gardasee" erschienen.
Kontakt | Jobs | Datenschutz | AGB | Impressum