Stefano Slaviero

Patron der „Taverna Picedo“

Kreative Gardaseeküche mit Ausflügen: Taverna mit Seeblick



Stefano Slaviero ist Gastronom aus Leidenschaft, Patron der „Taverna Picedo“ im gleichnamigen Örtchen zwischen Polpenazze und Moniga auf dem Hügel gelegen. Er versteht es meisterhaft, regionale Gerichte mit Kreativität zu verfeinern – so serviert er zum Beispiel den traditionellen Hecht auf Püree von lila Kartoffeln, er pflegt engen Kontakt zu den Produzenten vor Ort und lässt seine Gäste daran teilhaben.

Was ist „Gardaseeküche“?
Stefano Slaviero: Natürlich sind die Fische des Sees wichtig. Aber hier im Hinterland würde ich sagen, Wein und Olivenöl sind die zentralen Produkte. Von beiden haben wir hier herausragende Qualität.

Wein scheint Deine Leidenschaft zu sein.
(Lächelt) Oh ja, es ist ein Thema, das nie aufhört, spannend zu sein. Es gibt ja den schönen Spruch, das Leben sei viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken. Dem stimme ich absolut zu.

Wo kommen die Weine der Taverna Picedo her?
Bei einigen kann man wirklich sagen, „Kilometro zero“, also direkt aus Polpenazze oder Moniga. Hier im Valtènesi gibt es so viele interessante Weinbaubetriebe wie beispielsweise die Cantina Le Sincette. Vor wenigen Jahren stellte der Betrieb als erster hier in der Region auf Demeter-Anbau um. Eine beachtenswerte Entwicklung. Aber auch anderswo entstehen Weine, denen man Aufmerksamkeit schenken sollte. Wein ist vielfältig, phantasievoll und bereichert das Leben.

Welches Olivenöl kommt in Deine Küche?
Unser Olivenöl hier ist ausgezeichnet. Immerhin wurde das Öl eines Produzenten am Ort – Gianfranco Comincioli – vor einiger Zeit in New York als bestes Olivenöl der Welt gekürt. Allerdings: sein „Numero uno“ sollte man nur roh verwenden, am Tisch, um Speisen den letzten Pfiff zu geben.

Und welches Öl verwendest Du dann für Dein köstliches „Fritto Misto“?
Selbstverständlich auch Extra Vergine-Olivenöl der Region, sonst schmeckt das Fritto nicht. Wäre ja auch schade für die anderen guten Produkte.

Die kaufst Du auch regional ein?
Ja, soweit möglich schon, aber ansonsten ist es mir immens wichtig, qualitätsvolle Produkte auf den Tisch zu bringen. Gemüse kommt von Bauern der Region, Fischer bringen täglich Gardaseefisch und für alles aus dem Meer habe ich beste Lieferanten, die mir fangfrische Ware liefern.

Welche Rolle spielt die Jahreszeit bei der Zusammenstellung der Speisekarte?
Oh, eine immens große. Die Speisekarte wechselt jeden Monat, manchmal sogar alle drei Wochen. Dazu gibt es immer mal Tagesgerichte, wenn mir zum Beispiel jemand Waldpilze bringt – oder ich selber welche gefunden habe (lacht).

Das Interview stammt aus dem Buch von Heike Hoffmann
Genuss vom Gardasee. Rezepte von unterwegs
234 Seiten | Hardcover | 21×28 cm | mit über 600 farbigen Fotos und Karte
Augsburg: Wißner-Verlag, November 2018

Mehr zur Autorin Heike Hoffmann:
http://www.dispensaverde.de
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