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Palazzo Gonzaga in Volta Mantovana

Kleinod in den südlichen Hügeln des Gardasees

Palazzo Gonzaga in Volta Mantovana

Heute: 9:00 - 13:00 Uhr

Wiederentdeckt: Ein Barockgarten mit Ausblick, mittelalterliche Fresken von hohem Rang, ein Museum und Napoleons Waschbecken.
Von Heike Hoffmann

Es ist noch nicht lange her, dass die Gewölbe des herrlichen Castello der Gonzaga in Volta Mantovana renoviert wurden. Die Grundmauern der langgestreckten Burg gehen weit ins Mittelalter zurück, wahrscheinlich im 11. Jahrhundert errichtet durch Gefolgsleute der berühmten Mathilde von Canossa. Aus der Burg mit ihrem „Mastio“, dem hohen Aussichtsturm zur Verteidigung, wurde etwas später die Sommerresidenz der Gonzaga aus Mantua, vor allem seit Barbara von Brandenburg (1422-1481) dort wirkte. Sie wurde als 11jährige mit Ludovico di Gonzaga (1412-1478) verheiratet, wuchs dann am Hof der italienischen Adeligen auf. Sie entwickelte sich zu einer der kultiviertesten Frauen ihrer Zeit, beherrschte mehrere Sprachen, war mit Philosophen befreundet und schließlich auch an der Regierung beteiligt. Eine wahrlich moderne Frau im Mittelalter. Andrea Mantegna verewigte sie in seinen Fresken in der berühmten „Camera degli Sposi“ des Palazzo Gonzaga im Herzen von Mantua, für den man sich unbedingt einmal Zeit nehmen sollte!
Der Palazzo in Volta ging später in das Eigentum der Adelsfamilie Guerrieri über, danach erfolgten mehrere Besitzerwechsel, bis die Gemeinde Volta Mantovana den Palazzo mit seinem beeindruckenden Barockgarten erwarb und schließlich Rathaus und Verwaltung darin unterbrachte. Die anderen Räume, beispielsweise die herrlichen Gewölbe, in denen sich heute die Enoteca Gonzaga befindet, standen lange leer, die Räume im ersten Stock des Rathauses waren lange für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Jetzt kann man sie besichtigen. In den Repräsentationsräumen entdeckte man unter verschiedenen Übermalungen wertvolle Fresken aus dem Mittelalter, unter anderem aus dem Umkreis des Künstlers des Manierismus Giulio Romano, der für den Palazzo Te in Mantua verantwortlich zeichnet.
In anderen Räumen befanden sich Wandmalereien des 19. Jahrhunderts, die man teilweise belassen hat. Es ist wahrscheinlich, dass sich darunter ebenfalls ältere Fresken befinden. Die Restauratoren hatten hier wirklich die Qual der Wahl und mussten mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen. Die Räumlichkeiten der Burg wurden über die Jahrhunderte unterschiedlich genutzt. In Napoleonischer Zeit war das Militär darin untergebracht, auch Napoleon selbst soll dort Station gemacht haben.
Die Gewölbe im Keller entdeckte man erst vor kurzer Zeit und legte sie mühsam frei. Hier befindet sich inzwischen ein kleines Museum, das vom Alltag der Adeligen erzählt. Sehenswert die vollständig eingerichtete historische Küche und die Vorratslager. Wer nach der Besichtigung Hunger oder Durst verspürt, ist in der ebenfalls seit wenigen Jahren von kreativen jungen Leuten betriebenen „Enoteca Gonzaga“ bestens aufgehoben und zwar – selten in Italien – vom Frühstück über Snacks und Barangebote zwischendurch bis zu Mittag- und Abendessen.
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